40 Jahre Herrnhuter Diakonie

Ich – Du – Wir: 40 Jahre Herrnhuter Diakonie

Unter dem Motto „Ich – Du – Wir: 40 Jahre Herrnhuter Diakonie“ wurde in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum gefeiert. 1977 eröffnete die Ev. Brüder-Unität in Herrnhut das Förderungszentrum „Johann Amos Comenius“ für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Aus diesem Förderungszentrum ist die Herrnhuter Diakonie hervorgegangen, zu der heute auch Einrichtungen gehören, die bereits vor 1977 gegründet waren. So wurde beispielsweise die Ev. Kindertagesstätte in Gnadau bereits 1860 eröffnet und ist damit die älteste Einrichtung der Herrnhuter Diakonie.

Vertrauen ist unsere Grundeinstellung

Im Rahmen des Jubiläumsjahres haben sich die rund 440 hauptamtlich Mitarbeitenden der Stiftung Herrnhuter Diakonie und des Christlichen Hospizes Ostsachsen auf ein neues Leitbild verständigt. Der einjährige Leitbildprozess ist von einer bereichs- und hierarchieübergreifend zusammengesetzten Steuerungsgruppe initiiert und koordiniert worden. In mehreren Workshops befassten sich alle Mitarbeitenden mit den handlungsleitenden Werten und Zielen der Diakonie. So entstand ein Text, der Selbstverständnis und Anspruch der vielfältigen diakonischen Arbeit kurz und prägnant zusammenfasst und auf eine Postkarte passt.

Dank an die Mitarbeitenden

An zwei Terminen im Mai wurden alle Mitarbeitenden zu einer Dampfschifffahrt auf der Elbe mit Zeit zum Genießen, Lauschen und Unterhalten eingeladen. Mit Sonderbussen kamen sie dafür von allen vier Standorten nach Dresden. Neben Grußworten des Vorstands gab es eine interessante Streckenführung, beschwingte Musik durch einen Pianisten und ein sommerliches Buffet. An beiden Tagen war die Stimmung fröhlich und entspannt. Der Regen zum ersten Mitarbeiterausflug sorgte für Gemütlichkeit im Salon des Raddampfers „Leipzig“. Am zweiten Termin konnte das warme Wetter auf dem Sonnendeck genossen werden. Der Raddampfer „Leipzig“ wurde 1929 gebaut und ist somit der jüngste und darüber hinaus der größte Schaufelraddampfer der Flotte der Sächsischen Dampfschifffahrt.

Tag der Sachsen in Löbau

Am 2. September nahm die Herrnhuter Diakonie gemeinsam mit der Ev. Brüder-Unität am „Tag der Sachsen“ in Löbau teil. Die Stiftung stellte den Besuchern direkt an der Nikolaikirche die einzelnen Arbeitsbereiche vor und informierte Interessierte über ihre Angebote. Der 26. Tag der Sachsen stand in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Volldampf nach Löbau!“. Mehr als 250.000 Besucher von nah und fern haben die zahlreichen Programmhöhepunkte bei wechselhaftem Wetter besucht.

Ein besonderes Jahresfest

Das Jahresfest am dritten September-Wochenende stellte den Höhepunkt des Jubiläumsjahres der Stiftung Herrnhuter Diakonie dar. Es begann mit einem bunten Familiennachmittag am Samstag und der abendlichen Singstunde. Den Festgottesdienst am Sonntagmorgen im Herrnhuter Kirchensaal gestalteten Bewohner und Mitarbeitende familienfreundlich, lebendig und fröhlich. Unter anderem zeigten sie, wie sie ihre Gaben für andere einsetzen. Diese Anregungen nahm auch der Direktor der Diakonie Sachsen, Oberkirchenrat Christian Schönfeld, in seiner Festpredigt auf und verdeutlichte, wie Gottes Geist durch die Vielfalt der Begabungen wirkt. Ein buntes Programm auf der Festwiese schloss sich an. Der Tag endete mit der Festversammlung am Nachmittag, in der das Singspiel „Schön, dass Du da bist!“ zur Aufführung kam.

Vor 40 Jahren wurde im Juli 1977 in Herrnhut das Förderungszentrum „Johann Amos Comenius“ für Jugendliche mit einer geistigen Behinderung eröffnet. Aus ihm ging später die Stiftung Herrnhuter Diakonie hervor. Von den ersten Bewohnern leben noch heute zwei Frauen und drei Männer in Einrichtungen der Herrnhuter Diakonie, nämlich Annegret Mai, Kerstin Kreusch, Günter Eisentraut, Rolf Friedrich und Detlef Riech. Zusammen mit Wolfgang Schmidt, der seit 40 Jahren einen WfbM-Außenarbeitsplatz in der Haustechnik der Herrnhuter Diakonie hat, wurden sie in ihrer Treue gewürdigt. Volker Krolzik und Stephan Wilinski dankten den sechs Personen dafür, dass sie die Gemeinschaft der Diakonie mitgestalten und mitprägen.

Von den Mitarbeitenden, die 1977 in dem neuen Förderungszentrum begannen, sind heute noch zwei Ehepaare im aktiven Dienst der Herrnhuter Diakonie: Christine Krause (Johann- Amos-Comenius-Schule), Peter Krause (Zentralküche), Andrea Tietze (David-Zeisberger-Haus) und Michael Tietze (Christian-David-Haus). Auch Dr. Tilman Verbeek betreut die Bewohner seit 1977 ärztlich. Der Vorstand dankte den Eheleuten sowie Bruder Verbeek für den treuen Dienst. Als Dankeszeichen überreichte der Direktor der Diakonie Sachsen, Oberkirchenrat Christian Schönfeld, ihnen das Kronenkreuz in Gold der Diakonie Deutschland.

Fotoprojekt mit der Hochschule Merseburg

Im letzten Quartal des Jubiläumsjahres fand gemeinsam mit der Hochschule Merseburg ein Fotoprojekt statt. Das Projekt befähigte Studierende aus dem Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur der Studiengänge Soziale Arbeit und Medien- und Kulturpädagogik, sich künstlerisch und pädagogisch mit Menschen zu erproben. Durch das gemeinsame Projekt konnten die bisherigen Kenntnisse der Studierenden vertieft und lebendig gemacht werden. Die Zusammenarbeit, das Kennenlernen und die persönliche Herausforderung bei der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt. Ziel des Projektes war es, Beziehungen aufzubauen und die Bewohner/innen, Schüler/innen und Gäste in der Herrnhuter Diakonie in ihrem Alltag zu begleiten. In der Johann-Amos-Comenius-Schule wurden die Aufnahmen in einer Ausstellung gezeigt. Das entstandene Bildmaterial wird künftig in der Herrnhuter Diakonie vielfache Verwendung finden. Für alle Beteiligten war dies eine bereichernde Zeit.