„Es ist normal, verschieden zu sein.“

Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung

Ende des Jahres 2012 bewarb sich die Herrnhuter Diakonie über den Bundesverband der evangelischen Behindertenhilfe (BeB) zur Teilnahme an einem deutschlandweiten Pilotprojekt zur Entwicklung eines konkreten Aktionsplanes zur Umsetzung dieser UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Die Bewerbung war erfolgreich und die Herrnhuter Diakonie wurde als einzige Einrichtung aus dem Freistaat Sachsen zur Teilnahme gemeinsam mit acht anderen großen Trägern der sozialen Arbeit aus den alten Bundesländern und Sachsen-Anhalt zur Beteiligung am Pilotprojekt ausgewählt.

Aktionsplan

Dokumentation: Was bisher geschehen ist

Ziele des Aktionsplanes

Der Aktionsplan „Es ist normal, verschieden zu sein“ der Herrnhuter Diakonie besteht aus 6 Themenbereichen, die hier kurz erklärt werden:

Wohnungen z.B. ohne Schwellen, mit ebenerdigen Duschen und erhöhtem WC sind für Menschen mit einer Behinderung genauso wichtig wie u.a. für ältere Menschen. Es ist uns wichtig verschiedene barrierefreie Wohnangebote zu schaffen. Dies gilt auch für das Wohnumfeld. Fehlende Beschilderungen, zu hohe Bordsteine, behindertengerechte öffentliche Toiletten, behindertengerechte Zugänge zu öffentlichen Gebäuden sind hier nur einige wenige Themen mit denen wir uns auseinandersetzen wollen.

Das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen soll zur Normalität werden. Begegnungsmöglichkeiten und -räume sollen geschaffen werden, um miteinander Dinge zu erleben, ins Gespräch zu kommen und von den Kompetenzen des Anderen zu lernen. Deshalb soll die Zusammenarbeit der Johann-Amos-Comenius Schule mit ihren Kooperationspartnern intensiviert und ausgebaut, sowie eine inklusive Grundschule gegründet werden.

Den Lebensunterhalt zu verdienen mit einer Arbeit, die den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Dies zu erreichen, ist für Menschen ohne Einschränkungen schon schwer, aber wie sollen es dann erst Menschen mit einer Behinderung schaffen?

Der Themenbereich Arbeit hat genau das zum Inhalt. Der Übergang Schule – Arbeit soll besser gestaltet werden. Mehr Praktikumsmöglichkeiten für Schüler sollen helfen ihren Berufswunsch auszuprobieren und eigene Fähigkeiten und Interessen zu erkunden. Eine Schülerfirma soll entstehen. Damit soll der Grundstein für den 1. Arbeitsmarkt gelegt werden. Der Wunsch und die persönliche Motivation in einem bestimmten beruflichen Bereich tätig zu sein, sind Grundvoraussetzungen für Menschen mit Behinderungen auf dem 1. Arbeitsmarkt langfristig und erfolgreich Fuß zu fassen. Eine Integrationsfirma soll gegründet werden. Sehr wichtig ist uns bei der Umsetzung dieses Themenbereiches die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Integrationsfachdienst.

Wir möchten sprachliche und bauliche Barrieren in den Arztpraxen abbauen. Jeder Patient soll den Arzt und das medizinische Personal verstehen und ohne Hindernisse in die Arztpraxis gelangen.

Die Auszeit vom Berufsalltag, egal on in einem Verein oder in der kirchlichen Gemeinschaft, ist uns wichtig. Wir informieren uns über Freizeit- und kirchliche Angebote und selbstbestimmt gestalten wir diese Zeit.

Dies soll auch für Menschen mit einer Behinderung selbstbestimmt und selbstständig möglich sein. Durch eine Broschüre, in der Freizeitangebote verständlich aufgelistet sind, Gottesdienste in leichter Sprache oder auch inklusive kirchliche Angebote wie Christenlehre oder junge Gemeinde soll dies möglich sein.

Es ist nicht nur eine Zeit zur Erholung, sondern auch für vielfältige Begegnungen und damit ein Reichtum und Geschenk für uns alle.

Dieser Bereich zieht sich durch alle anderen Themenbereiche mit dem Ziel Barrieren in den Köpfen abzubauen.

Sehr wichtig ist uns das Thema Leichte Sprache. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen zu dem Thema geschult werden, aber auch Kooperationspartner gilt es zu sensibilisieren. Von Texten in Leichter Sprache profitieren alle.

Ein weiteres Ziel in diesem Bereich ist das Informieren der Öffentlichkeit über den Inhalt des Aktionsplanes, sowie gelungene Beispiele für Inklusion. Dies soll durch Workshops und Pressearbeit erfolgen.