Die Schülerinnen und Schüler

In unserer Schule werden Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung unterrichtet.

Bei manchen dieser Kinder und Jugendlichen liegt darüber hinaus Förderbedarf in anderen Bereichen vor. In diesem Zusammenhang spielen besonders motorische Defizite, Autismus sowie Störungen im sozial-emotionalen Bereich eine Rolle.

Unsere Schule nimmt unabhängig vom Ausprägungsgrad der Behinderung grundsätzlich sämtliche Schulpflichtigen auf, für die nach erfolgter Diagnostik der entsprechende Feststellungsbescheid einer Bildungsagentur vorliegt.

Therapeutische Angebote

Ein Großteil der Schulpflichtigen nimmt bei uns regelmäßig therapeutische Angebote wahr.

Seit Jahren gehören mehrer Physiotherapeutinnen fest zum Mitarbeiterteam der Schule. Ihnen stehen gut ausgestattete Behandlungsräume zur Verfügung. Stiftungseigene Kleinbusse ermöglichen es ihnen darüber hinaus, mehrmals in der Woche zum therapeutischen Reiten bzw. Schwimmen zu fahren.

An drei Wochentagen ist eine Logopädin sowie zweimal wöchentlich eine Ergotherapeutin im Hause. Sie verfügen über feste Therapieräume und nehmen, wie auch die Physiotherapeutinnen, ihre Behandlungen parallel zum Unterrichtsgeschehen vor. Damit sind Kinder und Eltern nicht darauf angewiesen, die Freizeit dafür zu nutzen.

Seit Beginn des Schuljahres 2010/2011 bieten wir an einem Tag in der Woche tiergestützte Förderung an. Eine dafür geschulte Mitarbeiterin arbeitet dann zusammen mit ihren Hunden mit einzelnen Schülerinnen und Schülern.

Ebenfalls relativ neu ist die Zusammenarbeit mit einer Maltherapeutin und einer bildenden Künstlerin, die einmal wöchentlich von ausgewählten Schülerinnen und Schülern in ihren „Ateliers“ aufgesucht werden. Hierdurch wird das Angebot einer schulischen Mitarbeiterin in unserem eigenen Malraum ergänzt, das seit vielen Jahren existiert.

Christlicher Glaube

Vom Beginn ihrer Schulzeit an erleben die Schüler bei uns Religionsunterricht. Darüber hinaus sind auch die Morgenkreise am Tagesbeginn sowie die gemeinsamen Mahlzeiten vom christlichen Glauben unserer Mitarbeiterschaft geprägt.

Einmal in der Woche ist die gesamte Schüler- und Lehrerschaft zu einer gemeinsamen Andacht vereint, welche, ausgehend von biblischen Aussagen, immer auch das tägliche Leben im Blick hat.

Die im Wohnheim untergebrachten Kinder und Jugendlichen dürfen außerdem am Leben der Herrnhuter Kirchgemeinde teilnehmen.

Wir sind konsequent darauf bedacht, alles zu vermeiden, was als Nötigung zum christlichen Glauben angesehen werden könnte. Dennoch soll unserer Arbeit anzumerken sein, dass sie in der Trägerschaft der Kirche geschieht.

Kooperationen

Eine enge Zusammenarbeit entwickelte sich mit den 2005 gegründeten Herrnhuter Zinzendorfschulen, die ein diakonisches Profil haben. Jährliche Höhepunkte des Miteinanders sind die gemeinsamen Projektwochen. Darüber hinaus existieren mehrere Klassenpatenschaften.

Auch mit unserer Integrativen Kindertagesstätte besteht eine langjährige Kooperation. Hier steht vor allem die gegenseitige Einladung zu besonderen geeigneten Veranstaltungen im Mittelpunkt. Außerdem absolvieren die zukünftigen ABC-Schützen ihre Vorschule in unserem Schulgebäude und Praktikanten aus der Comeniusschule sind in der Kindertagesstätte tätig.

Externe Partner bringen sich auch immer wieder im Rahmen unserer Wahlunterrichtsangebote ein. So begleitet die Sächsische Polizei beispielsweise unser Radfahrtraining und führt Prüfungen für Radfahrer durch. Ein Schauspieler absolviert mit einer Schülergruppe regelmäßig theaterpädagogische Übungen. Eine Dolmetscherin vermittelt interessierten Kindern und Jugendlichen die polnische Sprache.

Seit mehreren Jahren pflegen wir darüber hinaus eine enge Partnerschaft mit einer Schule im westpolnischen Wschowa. Zweimal jährlich finden (mal diesseits, mal jenseits der Grenze) sorgfältig vorbereitete, mehrtägige Begegnungen zwischen Lehrkräften und Schulpflichtigen beider Schulen und Länder statt, die durch das deutsch-polnische Jugendwerk gefördert werden.

Der Unterricht

Die hohe Heterogenität der Schülerschaft auch innerhalb der einzelnen Klassen zwingt nahezu ständig zu differenzierten Lernangeboten. Deshalb stellen pauschale Zielsetzungen die Ausnahme dar. Vielmehr richtet sich die Umsetzung des Lehrplanwerkes in den Trimester- bzw. Wochenplänen und in den Unterrichtsstunden nach dem Entwicklungsstand des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen.

Die einzelnen Lernbereiche lassen sich in die 3 Hauptgruppen entwicklungsorientiertes, handlungsorientiertes und fachorientiertes Lernen unterteilen.

Beim entwicklungsorientierten Lernen geht es um den Abbau von Rückständen auf den Gebieten Motorik, Wahrnehmung, Sprache und Denken.

Zu den handlungsorientierten Lernbereichen gehören unter anderem solche Disziplinen wie Selbstversorgung, Zeit, Verkehr, Natur, Mathematik, Lesen und Schreiben.

Den Hauptteil unter den sachorientierten Lernbereichen nehmen neben Musik/Rhythmik, ästhetischer Erziehung, Religion, Hauswirtschaft und Sport in zunehmendem Maße die verschiedenen Werkdisziplinen ein.

Die Schülerinnen und Schüler der Werkstufen absolvieren darüber hinaus regelmäßig Praktika in den Werkstätten für behinderte Menschen der Region.

Seit einigen Jahren setzen wir mit wachsendem Erfolg die Freiarbeit nach Maria Montessori als Unterrichtsmethode ein. Zu deren fachlicher Absicherung haben wir bereits mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, das Montessoridiplom zu erwerben. Für die entsprechende sächliche Ausstattung der Unterrichtsräume wendeten und wenden wir hohe Geldbeträge auf.

Nicht minder spezialisiert haben sich Lehrkräfte unserer Schule mittlerweile auf dem Gebiet der Unterstützten Kommunikation (UK). Hier geht es darum, Kinder, bei denen die sprachliche Kommunikationsfähigkeit (noch) eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist, den Umgang mit kommunikativen Hilfsmitteln unterschiedlichster Art zu lehren.

Wer körperlich dazu in der Lage ist, soll im Verlaufe seiner Schulzeit das Radfahren und Schwimmen bei uns erlernen, um die eigene Mobilität zu erhöhen bzw. weitere Gestaltungsmöglichkeiten für die Freizeit zu erlangen. Die entsprechenden Kurse dafür führen wir regelmäßig unter Berücksichtigung der individuellen Leistungsstände durch.

Unterrichtsausfall findet nicht statt.

Berufsvorbereitung

Ein während der letzen drei Schuljahre (Werkstufenzeit) unabhängig von den Praktika in den Werkstätten für behinderte Menschen wöchentlich stattfindender Praxistag soll die Jugendlichen zusätzlich auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereiten.

Gleichzeitig intensiviert dieser Praxistag die Zusammenarbeit mit anderen Stiftungsbereichen bzw. externen Partnern, weil zu den Praxisorten beispielsweise die Cafeteria unseres Altenpflegeheimes, unsere Wäscherei, unsere Haustechnik oder der Kindergarten der Brüdergemeine gehören.

Durch das Betreiben einer speziellen, räumlich ausgegliederten Arbeitstrainingsklasse, deren Schülerinnen und Schüler ein ganzes Schuljahr lang an drei vollen Tagen pro Woche Praktika in Betrieben der Region durchführen, wollen wir darüber hinaus in ihrem letzten Schulbesuchsjahr all jene gezielt auf eine Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt vorbereiten, für die die Werkstätten für behinderte Menschen nicht die geeignete Perspektive sind oder zu sein scheinen.

Wichtige Partner sind uns dabei neben zahlreichen kooperationsbereiten regionalen Firmen die Eltern und gesetzlichen Betreuer, die Agentur für Arbeit und der Integrationsfachdienst.

Die Praktikumsbetriebe sollen dazu ermutigt werden, Förderschulabsolventinnen und -absolventen eine Arbeitschance zu geben. Dafür, dass dies bereits mehrfach gelang, erhielt unsere Schule 2008 den Sächsischen Schule-Wirtschafts-Oscar.

Eine von den Jugendlichen selbst eingerichtete Trainingswohnung dient ergänzend dazu, das Wohnen außerhalb des Elternhauses einzuüben.

Wir sind grundsätzlich darum bemüht, sämtlichen uns anvertrauten Schülerinnen und Schülern (und ihren Eltern bzw. Betreuerinnen und Betreuern) bei der Vermittlung von Wohnheim- und Werkstattplätzen bzw. anderen Arbeitsstellen beratend zur Seite zu stehen, wenn ihre Schulzeit zu Ende geht.

Gesetzliche Rahmen

Die Johann-Amos-Comenius-Schule der Stiftung Herrnhuter Diakonie ist eine seit 28.09.1990 genehmigte Ersatzschule. Gemäß dem „Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft“ hat die Schule die Aufgabe, neben öffentlichen Schulen bzw. an deren Stelle bei der Erfüllung der allgemeinen öffentlichen Bildungsaufgaben eigenverantwortlich mitzuwirken.

Die staatliche Aufsicht über den Schulbetrieb wird von den Regionalstellen Bautzen sowie Dresden der Sächsischen Bildungsagentur wahrgenommen.

Die laufenden Personal- und Sachkosten trägt das Land Sachsen. Schulgeld wird nicht erhoben.

Gemäß den vorhandenen Vorschriften ist die Schule in ihren Bildungs- und Erziehungszielen sowie ihren wesentlichen Lehrgegenständen den im Freistaat Sachsen existierenden öffentlichen Schulen dieses Typs gleichwertig. Gleiches trifft für die wissenschaftliche Ausbildung ihrer Lehrkräfte sowie deren wirtschaftliche und rechtliche Stellung zu.

Als Grundlage für die Unterrichtsarbeit dient der sächsische Lehrplan für Schulen für geistig Behinderte.

Schülerstundentafel, Klassenstrukturierung, Schülerzahlen pro Klasse u. a. m. richten sich in vollem Umfang nach den entsprechenden Organisationserlassen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus.